Kann eine KI das beste Zitat aller Zeiten wählen?
Es gibt diese stillen Stunden, meist spät am Abend, in denen eine einfache, aber unbequeme Frage auftaucht: Haben wir Menschen noch ein Monopol auf Weisheit?
Oder besitzt eine künstliche Intelligenz – die Millionen von Büchern, Reden und Gedichten in Sekundenbruchteilen verarbeitet – inzwischen einen klareren Blick auf das, was menschliche Erfahrung im Kern ausmacht?
Aus dieser Überlegung entstand ein kleines Experiment. Keine spielerische Anfrage, keine Sammlung möglicher Antworten. Sondern der Versuch, eine Entscheidung zu erzwingen.
„Welches Zitat ist das beste aller Zeiten? Nicht das bekannteste, sondern dasjenige, das die menschliche Erfahrung am präzisesten zusammenfasst.“
Wenn ein einzelner Satz existiert, der Denken, Handeln und Freiheit verbindet, dann – so die Antwort – ist es dieses Zitat von Viktor Frankl:
„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unser Wachstum und unsere Freiheit.“
Die Begründung:
Dieses Zitat beschreibt kein Ideal, sondern ein Prinzip.
Es ist eine nüchterne Anleitung für das Menschsein.
Inmitten von Automatismen, Routinen und Algorithmen erinnert es daran,
dass der Mensch innehalten kann –
und genau darin seine Freiheit liegt.
Ein Gedanke zum Schluss
Die Wahl überrascht nicht durch Pathos, sondern durch Klarheit. Kein Trost, kein Appell, kein Versprechen. Nur Verantwortung.
Gerade in einer Zeit, in der Entscheidungen zunehmend delegiert werden, wirkt dieser Gedanke fast unbequemer denn je. Freiheit beginnt nicht im Ergebnis, sondern im Zwischenraum.
Ob eine Maschine das wirklich verstehen kann, bleibt offen. Doch vielleicht genügt es, dass sie es benennen kann. Leben müssen es andere.

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